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Freitag, 02.12.2011
Selbstuntersuchung der Brust - bietet Chance zur Früherkennung
Die Selbstuntersuchung der Brust und die Früherkennung von Brustkrebs standen an einem Informationsabend des St. Franziskus-Hospitals Ahlen im Mittelpunkt.


Dr. med. Maximilian Bunse und Dr. med. Matthias Stamm, Chefarzt der Frauenklinik, zeigten interessierten Frauen an einem Modell, wie Brustkrebs ertastet werden kann.
"Brustkrebs entsteht langsam, doch es gibt Erkennungsmerkmale und deshalb sollten alle Frauen aktiv werden und in den Spiegel schauen bzw. die Brust regelmäßig abtasten", erklärte Dr. med. Maximilian Bunse, Koordinator für betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Nord West.
Er zeigte auf, dass Brustkrebs keine Erkrankung der Neuzeit ist. "Mit rund 55.000 Neuerkrankungen ist der Brustkrebs bei Frauen die mit Abstand häufigste Tumorerkrankung und somit die häufigste krebsbedingte Sterbeursache bei Frauen zwischen 25 und 45 Jahren", so Dr. Stamm. Dies bedeutet für Ahlen und im Kreis Warendorf, dass rund 60 bis 100 Frauen in unserem Umfeld an Brustkrebs erkranken. Jährlich sterben rund 17.000 Frauen an Brustkrebs, in den letzten Jahren, erfreulicherweise mit leicht fallender Tendenz. Dabei wird statistisch gesehen jede neunte Frau in ihrem Leben an Brustkrebs erkranken.
Das genetische Risiko, also die familiäre Vorbelastung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ist die Mutter oder die Schwester an Brustkrebs erkrankt, erhöht sich das eigene Risiko um das Zwei- bis Dreifache. Auch Übergewicht, hoher Alkohol- und Nikotingenuss und zu fett- und kalorienreiche Ernährungsgewohnheiten sind Risikoindikatoren. "Wir Mediziner appellieren seit Jahren, die Möglichkeit der jährlichen Brustkrebsfrüherkennungsuntersuchung, die ab dem 30. Lebensjahr von der Krankenkasse bezahlt wird, regelmäßig wahrzunehmen", betonte der Chefarzt. Genauso wichtig ist aber, dass Frauen selbst die Verantwortung für ihren Körper übernehmen. Eine enorme Chance zur Brustkrebsfrüherkennung parallel zur regelmäßigen ärztlichen Vorstellung ist die Selbstuntersuchung. Den eigenen Körper kennen zu lernen, Veränderungen wie Vergrößerungen und Formveränderungen der Brust, ungewöhnliche Rötungen, Hauteinziehungen, Vorwölbungen, eingezogene Brustwarzen tastbare Knoten etc. können Betroffene selbst am ehesten wahrnehmen.
An Silikonmodellen der Brust konnten die interessierten Zuhörerinnen selbst versuchen, Knoten zu ertasten. "Im Rahmen der Prävention ist vorgesehen, regelmäßige Kurse im St. Franziskus-Hospital Ahlen anzubieten, in denen allen Mädchen und Frauen die Möglichkeit gegeben wird, an einem Modell zu lernen, wie die Brust abgetastet und welche Veränderungen der Brust besondere Beachtung finden sollten. Die nächste Veranstaltung zu diesem Thema wird im Frühjahr 2012 angeboten werden. "Je früher eine Brustkrebserkrankung entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen", so Dr. Stamm.



