Neurologie

Seit Juli 2003 verfügt das St. Franziskus-Hospital Ahlen über eine Fachabteilung für Neurologie mit 36 Betten und eine Stroke Unit mit 4 Betten - die einzige im gesamten Kreis Warendorf. Ihre Aufgabe ist die Diagnose und Behandlung von Patienten mit Erkrankungen des Nervensystems. Die umfassenden Möglichkeiten und die Chance des schnellen Eingreifens ist ein bedeutender Zugewinn für die medizinische Versorgung.

Diagnose- und Therapiespektrum

Schlaganfall, Epileptische Anfälle, Parkinsonsche Krankheit, Neuropathien und Multiple Sklerose machen etwa 80 Prozent der diagnostizierten und behandelten Krankheitsbilder aus. 
Hinzu kommen außerdem Demenzen, Schlafstörungen, Schmerzerkrankungen und weitere Störungen oder Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und des peripheren Nervensystems.

Medizintechnische Ausstattung

Die Fachabteilung für Neurologie des St. Franziskus-Hospitals verfügt über nahezu sämtliche diagnostischen Möglichkeiten. Dazu zählen die extra- und transkranielle Doppler- und Farbduplexsonographie, das DGSM-akkreditierte Schlaflabor, EEG, Evozierte Potenziale einschl. Magnetstimulation, Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit, Elektromyographie, sowie andere neurophysiologische Methoden. Auf der neurologischen Station sind vier Betten mit Monitoren für die Stroke-Unit-Überwachung ausgestattet und sowohl an einer Stationszentrale als auch mit der Intensivstation vernetzt. Für die Synkopendiagnostik steht ein Kipptisch mit kontinuierlicher bilateraler zerebraler Perfusionsmessung zur Verfügung. Weiterhin steht in der am Krankenhaus arbeitenden Praxis für Radiologie und Nuklearmedizin neben Computer- und Kernspintomographie ein Hirn-SPECT zur Verfügung.

Neurologische Intensivmedizin

Die Neurologie betreibt auf der Intensivstation des St. Franziskus-Hospitals Ahlen eigene Betten. Beatmete Patienten werden in Kooperation mit der Anästhesie behandelt. Plasmapheresen werden in Kooperation mit dem Nierenzentrum durchgeführt.

Behandelte Patienten

Die Patienten stammen nicht nur aus der Stadt Ahlen, sondern auch aus anderen Orten des Kreises (etwa Beckum, Ennigerloh, . . .). Zum Teil kommen Patienten auch aus Hamm nach Ahlen, um die dort mitunter langen Wartezeiten auf neurologische Untersuchungen zu vermeiden. Zudem werden die Nachbarkrankenhäuser in Beckum, Hamm-Heessen und das St. Franziskus-Hospital Münster mit Neurologischen Konsilen versorgt.

Die Mitarbeiter der Abteilung

Vorwiegend auf die Bedürfnisse neurologischer Patienten wurde die Station 1B des Krankenhauses abgestimmt: Die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege sind für die besonderen Anforderungen der Neurologie eigens qualifiziert. In speziellen Fortbildungen haben sie dazu umfassendes Know-how erworben, das den Patienten der Neurologie mit ihrem oftmals erweiterten Pflegebedarf zugute kommt.
Ergotherapie und Krankengymnastik werden durch die TheraNet Westfalen GmbH, eine im St. Franziskus-Hospital Ahlen ansässige Praxis, werktäglich angeboten. Logopädische Untersuchungen und Behandlungen von Patienten mit Schluckstörungen oder Sprach- und Sprechstörungen werden täglich durch Frau Cimpeanu von PariSozial durchgeführt.

Perspektiven

Das medizinische Leistungsangebot der Neurologischen Abteilung hat in kurzer Zeit eine sehr gute Akzeptanz sowohl bei den Patienten als auch den niedergelassenen Ärzten der Region gefunden. Dies zeigt, dass die Ahlener Neurologie in hohem Maße am medizinischen Versorgungsbedarf der Bevölkerung orientiert eingerichtet wurde.
Für die Zukunft wichtig: Viele – nicht alle – neurologischen Krankheitsbilder sind Alterskrankheiten! Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Deutschland zu einer „älteren“ Gesellschaft wird der Neurologie künftig insgesamt eine wachsende Bedeutung zukommen.
Unter den in Ahlen und im Kreis bestehenden Selbsthilfegruppen sind zahlreiche mit Themen aus dem neurologischen Bereich: zum Beispiel Aphasie, Alzheimer, Epilepsie, Multiple Sklerose, Parkinson, Restless Legs (Unruhige Beine) und Schlaganfall. Im Spektrum der Selbsthilfegruppen im Kreis Warendorf nehmen sie einen hohen Anteil ein.