Bei heißen Tagen mit mehr als 30 °C, kombiniert mit tropisch warmen Nächten, in denen es nicht unter 20 °C abkühlt, wird es kritisch. Dauert dieses Wetter mehrere Tage lang an, spricht man von einer Hitzewelle – mit starken Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Nachts kann der Körper sich nicht genug von den Effekten der starken Hitze am Tag erholen. Die Folge können Hautausschläge, Wadenkrämpfe und Schwellungen in den Beinen sein. Schon bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen können sich verschlimmern oder neu auftreten. Typische Symptome dabei sind Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit.
Bisher [Stand 25.6.2026, 13.00 Uhr] hat das St. Franziskus-Hospital nur acht Patienten ausschließlich wegen Hitzeauswirkungen behandelt. Zumeist handelte es sich dabei um Symptommischungen – der klassische „Sonnenstich“-Patient ist selten geworden. Erwartet wird ein stärkeres Aufkommen an Patienten aber eher ab heute bis zum Wochenende.
Die klassischen Empfehlungen rund um den Schutz vor großer Hitze sind nach wie vor aktuell, so die Ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme (ZNA) am St. Franziskus-Hospital Ahlen, Catharina Degen. Sie empfiehlt grundsätzlich, sich während heißer Tage vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und ausreichend Wasser oder andere, ungesüßte Getränke zu trinken. Vor allem der Kopf sollte nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Körperliche Anstrengungen sollte man möglichst in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen. Innenräume sollten durch Lüften in den frühen Morgenstunden kühl gehalten werden. Zudem rät das Krankenhaus zu leichter, luftiger Kleidung und dazu, Warnsignale des Körpers wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden ernst zu nehmen und bei Bedarf ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Doch wann ist ärztliche Hilfe notwendig? Im Zweifel sollte man natürlich lieber einmal zu oft den Arzt aufsuchen als einmal zu wenig. Die Antwort ist aber trotzdem oft eine individuelle: Zwar schränkt Hitze unser aller Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden ein. Besonders gefährdet sind aber Menschen ab 65 Jahren, vor allem wenn sie allein leben oder pflegebedürftig sind. Pflegebedürftige haben generell ein höheres Risiko, ebenso wie Menschen mit Vorerkrankungen, schwangere Frauen sowie Säuglinge und Kleinkinder. Nicht zuletzt sind außerdem Menschen, die im Freien und/oder körperlich schwer arbeiten, besonders der Hitze ausgesetzt.
Hat der Körper eine Weile Zeit gehabt, sich auf hohe sommerliche Temperaturen einzustellen, kann er besser damit umgehen. Eine früh im Sommer auftretende Hitzewelle bringt also größere Risiken mit sich als eine im Spätsommer.
Eine Hitzewelle kann aber unter Umständen auch teils lebensbedrohliche Auswirkungen haben. Ein Überblick:
- Flüssigkeitsmangel (Dehydration):
Sie zeigt sich in trockenen, spröden Lippen, seltenem Harndrang und Leistungsabfall. Leichte Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Konzentrationsstörungen sind weitere Symptome. Möglich ist hier der Hautfalten-Test: Wenn Sie die Haut am Handrücken kurz hochziehen und loslassen, glättet sie sich bei Flüssigkeitsmangel nur sehr langsam.
Bei schweren Formen der Austrocknung können Müdigkeit, Lethargie oder Verwirrtheit, Verstopfung, Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe hinzukommen.
Was tun? Hier ist viel Flüssigkeit wichtig: vor allem Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte. Eine ausgewogene und wasserreiche Ernährung hilft, verlorene Elektrolyte und Salze zu ersetzen.
- Sonnenstich:
direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf kann nach einiger Zeit die Hirnhäute reizen. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder und Menschen mit wenig Kopfhaar. Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, geröteter, heißer Kopf, eventuell auch leichtes Fieber, Bewusstseinsstörungen und Krampfanfälle. Sonnenstich-Symptome treten häufig erst mit einer Verzögerung von zwei bis zwölf Stunden auf!
Was tun? Schatten und Abkühlung, etwa mit kalten Umschlägen, dazu viel trinken! Kopf und Oberkörper sollten leicht lagern. Bei Bewusstlosigkeit, schweren Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfällen rufen Sie sofort den Notarzt (112)! Kinder und ältere Menschen sollten grundsätzlich ärztlich untersucht werden.
- Hitzschlag:
Hier besteht Lebensgefahr! Der Körper kann seine Temperatur nicht mehr senken, sie steigt schnell auf über 40 Grad, es kommt zu einer lebensbedrohlichen Schwellung des Gehirns. Symptome sind gerötete, heiße und trockene Haut, Übelkeit, Kopfschmerzen, Bewusstseinsveränderungen und Bewusstlosigkeit. Schwindel, Erbrechen, Krampfanfälle, schneller schwacher Puls und schnelle Atmung sind ebenfalls Anzeichen.
Was tun? Sofort den Rettungsdienst (112) anrufen, dann Erste Hilfe: den Körper schnell kühlen, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage. Atmung und Puls kontrollieren. Bewusstlose und stark Verwirrte sollten nichts trinken (Erstickungsgefahr)!
- Ohnmacht / Hitzekollaps:
Die Blutgefäße in Armen und Beinen erweitern sich, der Blutdruck fällt ab. Verminderte Gehirndurchblutung führt zu kurzer Bewusstlosigkeit. Es können Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Schwindel, Übelkeit, Durst und trockene Schleimhäute hinzukommen, auch starkes Schwitzen kommt vor.
Was tun? Bei kurzer Ohnmacht durch Hitzekollaps erholen sich Betroffene schnell durch Ausruhen und Hinlegen an einem kühlen Ort und durch Trinken. Meist ist kein Notruf nötig – Ausnahmen: wenn die Bewusstlosigkeit länger als ein bis zwei Minuten andauert, keine Besserung eintritt, die betroffene Person älter ist oder Vorerkrankungen hat.


