Ahlens Bürgermeister Matthias Harmann blickt konzentriert auf den Bildschirm. Geleitet vom Bild einer Miniaturkamera hat er beide Hände an den Steuerungsgriffen eines endoskopischen Operationsbestecks. In der simulierten Übungsbauchhöhle benutzt er die minimalinvasiven Methoden der Schlüsselloch-Chirurgie, um Gummibärchen in einen kleinen Behälter zu legen – keine einfache Aufgabe, gibt er lachend zu.
Videogrüße aus Berlin
Zuvor hatte Bürgermeister Harmann bei der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung eine kurze Ansprache gehalten. Dabei wies er auf die Bedeutung des Krankenhauses für die Stadt Ahlen hin, und darauf, wie wichtig umfassende, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung vor Ort für die Menschen hier ist. Ein weiteres Grußwort des Tages kam von Henning Rehbaum, dem heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten, als Videobotschaft. Er ist in Berlin in Plenarsitzungen eingebunden, aber: Das Krankenhaus und vor allem das Thema Darmkrebs sind ihm wichtig genug, ein Video zu senden. In der Ansprache begründete er das auch mit der Darmkrebserkrankung seines Vaters und damit, wie ihm gute medizinische Versorgung nach der Erkrankung noch „sechzehn Jahre Lebensqualität“ geschenkt habe.
Der Bürgermeister operiert am Gummibärchen
Nach den Reden und dem offiziellen Beginn ließ es sich Bürgermeister Harmann nicht nehmen, eines der Angebote beim Aktionstag im Ahlener Krankenhaus selbst auszuprobieren. Minimalinvasiv entfernte er Gummibärchen aus dem Bauchraum der Übungspuppe. Anleitung und Rat bekam er dabei von Dr. Frank Klammer, Ärztlicher Direktor des St. Franziskus-Hospitals und Chefarzt der Viszeralchirurgie. Er und Privatdozent Dr. Hansjörg Ullerich als Chefarzt der Gastroenterologie im St. Franziskus-Hospital gemeinsam haben den Aktionstag mit viel Energie und Herzblut organisiert. „Wir wollen heute die Grundidee des Darmkrebsmonats März darstellen, nämlich: Vorbeugung und Früherkennung“, so Dr. Ullerich. Und ein breites Angebot gab es tatsächlich.
Riesendarm, Infostände und moderne Operationsmethoden
Den größten Schaueffekt hatte dabei wohl das sieben Meter lange begehbare Darmmodell im Foyer. Auf dem Weg durch die Installation konnten die Besucher handfest erleben, wie ein Darm aussieht, und welche Krankheiten sich in ihm auf welche Weise manifestieren können. Rund um das überlebensgroße Modell gab es viele Infostände: Beim Aktionstag präsentierten sich die Vertreter der Raucherberatung, der Ernährungsberatung und der Stomaversorgung ebenso wie das palliative Netzwerk oder die Krebsberatung Münster. In weiteren Räumen gab es Workshops, in denen das Krankenhaus andere Dinge zeigte, die sonst hinter verschlossenen Türen stattfinden.
Selbst einmal Hand anlegen
In den Räumen der Endoskopie konnten Interessierte den Nachmittag über Magen- und Darmspiegelung üben, betreut durch Fachärzte der Gastroenterologie. Die Atmungsberatung hatte sich in einem Raum auf der Galerie über dem Foyer eingerichtet und dort ihren Workshop angeboten. Und im großen Konferenzraum gab es nicht nur die Schlüsselloch-Chirurgie mit videoskopischen Werkzeugen zu erleben – hier wurde auch neuartiges chirurgisches Besteck vorgeführt. Unter anderem wurde an einem Stück Fleisch ein elektrisch aufgeheiztes Skalpell mit Rauchabsaugung demonstriert, das selbst die gestandene Chirurgin aus dem Ahlener Krankenhaus begeisterte.
Kontakt zu den Menschen gesucht
Für Dr. Ullerich und Dr. Klammer war es wichtig, mit dem Haus der offenen Tür den Menschen darzulegen, was das St. Franziskus-Hospital alles bietet – nicht nur für die Behandlung von Darmkrebsfällen, sondern auch und gerade für Vorsorge und Vorbeugung. „Die Menschen in Ahlen und Umgebung sollen wissen, wie umfassend unser Angebot für sie ist“, sagte Dr. Ullerich „und dass wir ihnen auch helfen wollen, gar nicht erst krank zu werden.“



