Auf der Station 2B im Ahlener Krankenhaus ist am Nachmittag das vierwöchige Ausbildungsprojekt „Rookie Station“ feierlich eröffnet worden. 2B wird bis zum 22. März als auszubildendengeführte Station betrieben. Hier übernehmen also Auszubildende erstmals eigenverantwortlich die Organisation und Pflege auf einer gesamten Station – begleitet von erfahrenen Pflegefachkräften. Beteiligt sind angehende Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner sowie Pflegefachassistentinnen und -assistenten, sowohl aus dem eigenen Gesundheitscampus als auch von externen Kooperationspartnern.
Ziel des Projekts ist es, Verantwortung zu übernehmen, selbstständig Entscheidungen zu treffen und Pflege praxisnah zu gestalten. Denn genau dort entsteht der größte Lerneffekt: im eigenständigen Handeln mit professioneller Begleitung. „Wir freuen uns auf vier intensive Wochen, in denen aus Lernenden ein starkes, verantwortungsbewusstes Team wächst“, sagt Martin Aebischer, Pflegerischer Bereichsleiter.
Auf der „Rookie Station“ planen die Auszubildenden selbst den Alltag und die Organisation der Station. Sie führen nicht nur pflegerische Tätigkeiten durch, sondern planen und strukturieren ihre Arbeit auch im Hintergrund. So sammeln sie wertvolle Erfahrungen, die sie auf ihrem Weg zu professionellen Pflegefachkräften stärken.
Ein zentrales Ziel ist es dabei, die Selbstständigkeit der Auszubildenden zu fördern. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und ihre Aufgaben eigenständig zu bewältigen. Was sie an theoretischem Wissen im St. Franziskus-Campus lernen, können sie direkt im Berufsalltag auf der Station anwenden – Theorie und Praxis werden so vereint. „Sie bekommen einfach mit, was hinter den Kulissen passiert: Visiten ausarbeiten, Telefonate mit dem Sozialdienst, dem Wundmanager oder mit Angehörigen führen – ganz viel, was nicht am Patienten selbst passiert“, so Sabrina Bußberg, freigestellte zentrale Praxisanleiterin.
Das alles bedeutet aber nicht, dass die Betreuung darunter leidet – im Gegenteil. „Die Patientensicherheit steht für uns ganz, ganz oben“, sagt Sabrina Bußberg, „dauerhaft sind examinierte, ausgelernte Praxisanleiter bei den Auszubildenden vor Ort und können auch jederzeit eingreifen.“ Die Unterstützung kommt von einem multiprofessionellen Team: Ärzte, Therapeuten, Sozialdienste und natürlich das examinierte Pflegepersonal stehen den Azubis zur Seite. Die fachliche Anleitung, regelmäßige Reflexionsgespräche und die enge Betreuung sorgen dafür, dass Versorgung und Wohlbefinden der Patienten jederzeit oberste Priorität haben. Die Azubis erhalten wiederum wertvolle Einblicke in die verschiedenen Berufsgruppen im Krankenhaus, ihr Verständnis für ganzheitliche Patientenversorgung wird so von Anfang an gestärkt. „Das ist natürlich auch ein Vorteil, den der Arbeitgeber nachher hat“ sagt Anna Dirkling, ebenfalls freigestellte zentrale Praxisanleiterin.
Wenn die vier Wochen um sind, wird Bilanz gezogen. Patientinnen und Patienten werden ebenso befragt wie die Auszubildenden selbst.



